• honey & bunny productions | Stummerer / Hablesreiter / Köb

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OpenIdea_021

Martin Hablesreiter - food design & eat design

 

08.06.2017, 19:00 Uhr
CAMPUS V, Dornbirn, designforum Vorarlberg

Wie haben sich die Konventionen der Essenszubereitung und die Rituale der Nahrungsaufnahme entwickelt? Lässt sich mit Hilfe von Design unser Verhältnis zu Nahrungsmitteln verändern?

Martin Hablesreiter beschäftigt sich seit mehr als 13 Jahren mit food design. Gemeinsam mit Sonja Stummerer gründete er das interdisziplinäre Designatelier honey & bunny in Wien.

Würden Sie die Reste der Mahlzeit einer Unbekannten in einem Gasthaus aufessen, um food waste zu vermeiden? Ist Sachertorte kaputt, wenn Sie mit Senf in Berührung kommt? Ist Schweinefett tatsächlich so gesundheitsschädlich, dass wir es bedenkenlos wegschmeissen können? Sie essen Werte, denn Essen ist ein kultureller Akt. Doch diese Wertevorstellungen können mitunter nachhaltigen Lebensstil verhindern.

Wie viel Wasser steckt in einer Tasse Kaffee? Wie viel Erdgas ist zum Aufheizen eines Glashauses notwendig, um im März „inländische“ Tomaten ernten zu können? Jede Veränderung des Essverhaltens hat Auswirkungen auf das Ökosystem und sozio-ökonomische Prozesse. Es macht einen Unterschied, ob sich eine Gesellschaft für eine monotone, zentralisierte, industrialisierte oder eine biodiverse, vielfältige, nachhaltige Nahrungsmittelversorgung entscheidet.
Angeblich kommt zuerst das Fressen und dann die Moral. In Wahrheit ist Essen fast immer mit moralischen Vorstellung verknüpft. Jede Gesellschaft, jede Kultur wählt ihre Nahrungsmittel nach moralischen Regeln aus und gestaltet ihre essbaren Produkte nach rituellen Ideen und Ordnungssystemen und verzehrt es nach definierten Regeln. Die Regeln und Gestaltungsparameter in den westlichen Industrieländern folgen den Ideen der zentralisierten Industriegesellschaft. Wir essen Industriedesign.

Regeln und Designprozesse rund um unser Essen sind aber gestaltbar. Essen bringt Leben. Essen bringt Emotionen. Essen macht Kultur. Was und wie wir essen, ist ein Ausdruck von Kultur, Sozialisation, Geschlecht, Alter, Gesellschaft, Reichtum, Moral und Lebensphilosophie.
Auf die Frage „Warum essen wir, was wir essen?” folgt die Frage, „Wie könnte Essen aussehen?“. Auf die Versuche, den Klimawandel zu beweisen und Nachhaltigkeit zu rechtfertigen, folgt die Frage wie mit gestalterischen und interventionistischen Mitteln Veränderungen in Verhalten und Denkweise hinsichtlich Essen initiiert werden können.

Martin Hablesreiter – Geboren 1974 | 1993–2000 Studium der Architektur bei Prof. Hans Hollein an der Universität für Angewandte Kunst in Wien und an der Bartlett School of Architecture in London | 2001 Diplom mit Auszeichnung | 2001–2003 Projekt-Architekt bei Arata Isozaki & Associates in Tokyo und bei Prof. Helmut Richter in Wien | Seit 2004 Research, Vor- träge, Publikationen, Ausstellungen, Installationen & Performances zum Themenbereich Essen
Publiationen: Eat Design, Metro Verlag Wien, 2013 | Food Design XL, Sprin- ger Verlag Wien, 2009 | Food Design: Von der Funktion zum Genuss, Sprin- ger Verlag Wien, 2005 → www.honeyandbunny.com

Eintritt frei. Anmeldung unter: vorarlberg@designforum.at

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